Der Wallberg
Der Wallberg oberhalb des Tegernsees, rund 75 Kilometer südlich von München gelegen, zählt zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten Wanderbergen Oberbayerns. Mit seinen 1722 Metern Höhe mag er im Vergleich zu den ganz großen Alpengipfeln bescheiden wirken, doch was Aussicht und landschaftlichen Reiz betrifft, spielt er ganz vorne mit. Als Teil meiner Reihe „Wandern mit Dr. Sebastian Voigt“ möchte ich Euch heute diesen markanten Voralpengipfel etwas näher vorstellen und zusammenfassen, was ihn so besonders macht.
Der Wallberg erhebt sich direkt am Südufer des Tegernsees und gehört zum Mangfallgebirge. Seine Lage ist es auch, die ihn so attraktiv macht: Während sich nach Norden hin das bayerische Alpenvorland bis nach München erstreckt, öffnet sich nach Süden der Blick tief in die Zentralalpen hinein. Bei klarer Sicht reicht das Panorama vom Karwendel über die Zillertaler Alpen bis hin zum Großglockner.
Historisch betrachtet war der Wallberg lange Zeit vor allem Alm- und Weidegebiet. Erst mit dem aufkommenden Alpentourismus im 19. Jahrhundert gewann der Berg zunehmend an Bedeutung für Wanderer und Erholungssuchende. Heute ist er ein Paradebeispiel für einen klassischen Münchner Hausberg – gut erreichbar, aussichtsreich und dennoch fordernd genug, um sich den Gipfel zu verdienen.
Heutzutage kann der Wallberg sowohl sportlich erwandert als auch bequem mit der Wallbergbahn erreicht werden. Letztere bringt Besucher in wenigen Minuten in die Nähe des Gipfels und macht den Berg damit auch für weniger ambitionierte Ausflügler zugänglich. Wer jedoch den Anspruch hat, den Gipfel aus eigener Kraft zu erreichen, startet meist in Rottach-Egern und bewältigt rund 900 Höhenmeter auf gut angelegten Wegen.
Der klassische Aufstieg führt zunächst durch schattigen Bergwald, später über Almgelände hinauf zum Wallberghaus. Von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zum Gipfelkreuz. Der Weg ist technisch unschwierig, erfordert jedoch eine solide Grundkondition – insbesondere an warmen Sommertagen. Trittsicherheit ist hilfreich, größere ausgesetzte Passagen gibt es jedoch nicht.
Besonders reizvoll ist der Wallberg im Herbst, wenn sich die Wälder rund um den Tegernsee in leuchtenden Farben präsentieren. Doch auch im Winter hat der Berg seinen ganz eigenen Charakter. Die Wallberg-Rodelbahn gilt als eine der längsten Naturrodelbahnen Deutschlands und lockt zahlreiche Wintersportler an.
Unabhängig von der Jahreszeit sollte man die Tour nicht unterschätzen. Gerade aufgrund seiner Popularität wird der Wallberg häufig als „leichter Ausflug“ wahrgenommen. Wetterumschwünge, vereiste Wege im Frühjahr oder überfüllte Pfade an Wochenenden können die Unternehmung anspruchsvoller machen als gedacht. Eine sorgfältige Vorbereitung, ausreichend Wasser und passendes Schuhwerk sind daher auch hier selbstverständlich.
Eine Einkehr im Wallberghaus oder einer der umliegenden Almen rundet die Tour traditionell ab. Von der Terrasse aus eröffnet sich noch einmal ein eindrucksvoller Blick auf den Tegernsee – ein Anblick, der vielen Wanderern lange im Gedächtnis bleibt.
Der Wallberg vereint damit vieles, was einen guten Wanderberg ausmacht: Er ist erreichbar, aber nicht banal; aussichtsreich, aber nicht extrem; beliebt, aber dennoch landschaftlich eindrucksvoll. Für Einsteiger ebenso geeignet wie für ambitionierte Wanderer, die ihn vielleicht in eine längere Rundtour integrieren möchten.
EUER
DR. SEBASTIAN VOIGT
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