Die Benediktenwand
Die Benediktenwand, zwischen dem Isartal und dem Loisachtal gelegen, gehört zu den markantesten Bergen der Bayerischen Voralpen. Mit ihren 1801 Metern Höhe ist sie schon von weitem an ihrer langgezogenen Felswand zu erkennen und prägt das Landschaftsbild der Region seit Jahrhunderten. Als Teil meiner Reihe „Wandern mit Dr. Sebastian Voigt“ möchte ich Euch heute diesen beeindruckenden Berg etwas näher vorstellen und erläutern, was ihn zu einem der beliebtesten Wanderziele im Münchner Umland macht.
Ihren Namen verdankt die Benediktenwand dem Benediktbeurer Kloster, das sich am Fuß des Berges befindet. Bereits seit dem Mittelalter spielte die markante Felswand eine wichtige Rolle für die Orientierung in der Region. Heute zählt die Benediktenwand zu den bekanntesten Gipfeln der Bayerischen Voralpen und lockt jedes Jahr zahlreiche Wanderer an.
Besonders auffällig ist die gewaltige Nordwand, die stellenweise mehrere hundert Meter nahezu senkrecht abfällt. Während diese Seite des Berges vor allem Kletterer fasziniert, führen die Wanderwege über die deutlich sanfteren Süd- und Osthänge zum Gipfel. Dadurch eignet sich die Benediktenwand nicht nur für erfahrene Bergsteiger, sondern auch für geübte Wanderer mit guter Kondition.
Mehrere Wege führen auf den Gipfel. Besonders beliebt ist die Route von Benediktbeuern aus, die durch Wälder, über Almflächen und schließlich durch felsigeres Gelände nach oben führt. Alternativ wählen viele Wanderer den Aufstieg von Brauneck beziehungsweise Lenggries aus und verbinden beide Berge zu einer längeren Überschreitung.
Mit rund 1200 Höhenmetern zählt die Benediktenwand allerdings nicht zu den einfachsten Touren der Region. Wer den Gipfel erreichen möchte, sollte ausreichend Zeit, Kondition und eine gewisse Trittsicherheit mitbringen. Technisch ist die Wanderung zwar meist nicht besonders schwierig, die Länge der Tour wird jedoch häufig unterschätzt.
Am Gipfel angekommen eröffnet sich eine beeindruckende Aussicht. Nach Norden reicht der Blick weit über das Alpenvorland bis nach München. Im Süden erstrecken sich die Gipfelketten der Bayerischen und Tiroler Alpen. Besonders bekannt ist die Benediktenwand außerdem für ihre Steinböcke. Die Tiere wurden hier im Jahr 1959 wieder angesiedelt und können mit etwas Glück in den felsigen Gipfelbereichen beobachtet werden.
Auch geologisch ist der Berg interessant. Die gewaltigen Kalkformationen der Benediktenwand geben einen eindrucksvollen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Alpen. Gleichzeitig bilden sie einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Wie bei allen Bergtouren gilt auch hier: Eine sorgfältige Planung ist unverzichtbar. Wetterumschwünge können selbst im Sommer überraschend auftreten, und die exponierten Gipfelbereiche bieten bei Gewittern nur wenig Schutz. Festes Schuhwerk, ausreichend Verpflegung und ein früher Start gehören deshalb zur Grundausstattung jeder Tour.
Die Benediktenwand vereint damit vieles, was einen klassischen Voralpengipfel ausmacht: eine markante Erscheinung, abwechslungsreiche Wanderwege, beeindruckende Ausblicke und eine interessante Geschichte. Kein Wunder also, dass sie seit Generationen zu den beliebtesten Bergen Oberbayerns zählt.
EUER
DR. SEBASTIAN VOIGT
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